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Geopolitische Konflikte und die Börse
„Politische Börsen haben kurze Beine“. Gilt diese alte Börsenweisheit auch für geopolitische Konflikte und Kriege?
Der Iran-Konflikt hält derzeit die weltweiten Börsen in Atem. Nach der Bombardierung des Irans und entsprechender Gegenreaktionen ist die wichtige Straße von Hormus für die meisten Rohöltanker geschlossen. 20 Millionen Barrel passieren diese Straße normalerweise täglich. Ein globaler Ölpreisanstieg war die Folge. Die Börsen reagierten mit Abschlägen.
Haben aber Kriege und Konflikte wirklich größeren Einfluss auf die Börsenentwicklungen? Eine in der Zeitschrift Das Investment veröffentliche Studie von HQ Trust über 40 Marktjahre hat das analysiert.
Das Ergebnis klingt für viele Anleger sicher überraschend. Auch geopolitische Börsen haben demnach kurze Beine. Der Rückgang der Börsen ist meist kurzfristig und die Erholung erfolgt innerhalb von drei Monaten. Oft ist die Bewertung nach der Erholung sogar höher als vor Ausbruch der Konflikte.
Natürlich gibt es auch Krisen, die größeren Einfluss auf die Börsen haben. Dies ist aber nach der Studie eher die Ausnahme als die Regel.
Bei einem global diversifiziertem Portfolio heißt das für Investoren, die Ruhe zu bewahren und die Rückgänge zum gezielten Nachkauf nutzen.
Wann wieder Normalität an den Märkten einkehrt, hängt ganz von der Dauer des Iran-Konfliktes ab. Da das Erdöl das Lebenselixier der globalen Wirtschaft ist, haben auch die USA kein Interesse an hohen Energiepreisen. Alleine der Druck der Weltwirtschaft wird die Akteure zu Lösungen zwingen.
Quelle: Das Investment