WOHIN GEHEN DIE ZINSEN?

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WOHIN GEHEN DIE ZINSEN?

Was für die Darlehensnehmer gut ist, ist für die traditionellen Sparer ein Gräuel: Die derzeit niedrigen Zinsen! Eine Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft und die Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi prognostizieren, dass die Phase niedriger Zinsen noch lange anhalten könnte. Dies macht einen Wandel vom Sparer zum Investor notwendig!

Derzeit liegt der Leitzins der EZB bei 0 Prozent und der Zins, zu dem Banken Geld bei der EZB parken können, sogar bei minus 0,4%! Mario Draghi äußerte sich noch Ende letzten Jahres, dass dieses Zinsniveau noch über den Sommer 2019 und – so nötig – weiter Bestand haben wird.

Eine Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft berechnete jetzt die Zinsentwicklung unter Einbezug der Bevölkerungsentwicklung und der damit einhergehenden Sparraten bis zum Jahre 2050! Interessantester Aspekt: Die Zinspolitik der EZB ist nicht alleiniger Faktor für die niedrigen Zinsen. Die Wissenschaftler führen die niedrigen Zinsen auch auf globale Sparschwemmen zurück, die auf die Marktzinsen drücken. Das Fazit der Studie: Selbst wenn die EZB aus ihrer Niedrigzinspolitik aussteigt, erhöhen sich die Zinsen gerade mal bis 2025 auf 1,3%. Danach sinken die Realzinsen aufgrund demografischer Einflüsse sogar bis 2050 auf 0% (https://www.iwkoeln.de). Insbesondere der demografische Wandel schlägt dann durch.

Anleger sollten prüfen, ob sie für diese lange Zeit niedriger Zinsen ausgerichtet sind. Denn solch ein Szenario bietet natürlich Chancen und Risiken! Zum einen kann Immobilienvermögen leichter aufgebaut werden und zum anderen wird dadurch das Aktiensparen langfristig interessanter! Insbesondere durch Sparpläne lassen sich die Schwankungen der Aktienmärkte reduzieren. Die Risiken finden sich auf der bisher gewohnten sicheren Seite: langfristige Investitionen in Zinspapiere werden mit Sicherheit negative Realzinsen abwerfen! Hier sollte jede Vermögensplanung und Vermögenstruktur auf den Prüfstand!

Volkhard Quitsch