EINKOMMENSSICHERUNG: WIE GEHT DAS?

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Die Sicherung des Einkommens gegen Schicksalsschläge wie Krankheiten oder Unfälle gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Verbraucherverbände weisen immer wieder darauf hin. Insbesondere bei Berufen mit überdurchschnittlichen Einkommen ergeben sich gravierende Versorgungslücken, die den gewohnten Lebensstandard bedrohen. Wir zeigen die Unterschiede von privaten und gesetzlichen Absicherungssystemen auf und erklären die jeweiligen Besonderheiten.

Krankenversicherung: Im Falle eines Unfalles oder einer Krankheit ist zunächst die Krankenversicherung für die Sicherung des Einkommens zuständig. Ein Angestellter erhält ab dem 43. Tag das Krankentagegeld als Lohnersatzleistung. Bis dahin gilt die Gehaltsfortzahlung über den Arbeitgeber. Wichtig: Liegt das Gehalt über der Bemessungsgrenze von 54 450.-€ p.a. (Stand 2019) wird dies bei der Höhe des Krankentagegeldes nicht mehr berücksichtig. Hier drohen Versorgungslücken.

Das Krankentagegeld wird maximal 78 Wochen von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt und beträgt höchstens 90% des Nettogehaltes.

Bei längerer krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit wechselt der Versorgungsträger.

Deutsche Rentenversicherung - Erwerbsminderungsrente: Die deutsche Rentenversicherung bietet im Falle einer längeren Erkrankung eine Versorgungsleistung an -die Erwerbsminderungsrente. Um 100% der Rentenleistung zu bekommen, darf ein Arbeitnehmer nicht mehr als 3 Stunden täglich arbeiten können. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung spielt dabei die Berufsqualifikation keine Rolle. Der gesamte Arbeitsmarkt wird als Beschäftigungsmöglichkeit herangezogen. Man nennt dieses Prinzip „abstrakte Verweisung“. Außerdem gilt eine Wartezeit von 5 Jahren und es müssen für die letzten 5 Jahre 36 Pflichtbeiträge gezahlt worden sein. Dies ist insbesondere für Berufseinsteiger zu beachten! Die durchschnittliche monatliche Erwerbsminderungsrente liegt bei 736.-€ (Stand 2018).

Private Berufsunfähigkeitsrente: Diese Form der Absicherung gilt als der Königsweg der Einkommenssicherung. Abgesichert ist hier die Tätigkeit eines Berufstätigen. Das bedeutet: Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn man seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit aufgrund von Krankheit oder Unfall für mindestens 6 Monate nicht mehr ausüben kann. Dabei gilt als Berufsunfähigkeit die Einschränkung von mehr als 50 %.Die Höhe der versicherten Rente kann an das individuelle Einkommen angepasst werden. So können Versorgungslücken vermieden werden.

Wichtig: Das Kleingedruckte in den Bedingungswerken ist wichtig. Gute Berufsunfähigkeitsabsicherungen haben Top-Ratings bei den anerkanntesten Rating-Agenturen (z.B. Franke & Bornberg oder Morgen & Morgen) und Erleichtern damit die Leistungsregulierung. Im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung verzichten gute Versicherer zum Beispiel auf die abstrakte Verweisung.

Tipp: Sehr gute BU-Versicherer bieten heute Zusatzdienstleistungen an, die die Leistungsregulierungen erheblich kundenfreundlicher gestalten. So gibt es im Antragsverfahren den GKV-Check, der die Patientenakte des Antragstellers mit einbezieht. Dies verhindert Streitigkeiten im Hinblick auf die vorvertragliche Anzeigepflichtsverletzung. Zudem bieten einige Gesellschaften die Ergänzung der Bedingungen nach der „Strixner IV“ an. Dies ist ein bewährtes Verfahren und besteht aus einem Fragekatalog, den der Versicherer mit jeweils Nein und Ja beantworten kann. Im Leistungsfall führt dies zu mehr Klarheit und Transparenz! Die Prozesskostenquote über die Strixner IV liegt bei 0,0%! Ein Kunde kann sich somit über die Einbeziehung der Strixner IV nur besser stellen.

Grundfähigkeitsversicherung: Im Gegensatz zu der Berunfsunfähigkeitsversicherung ist hier nicht die berufliche Tätigkeit Versicherungsgegenstand, sondern Grundfähigkeiten wie Sehen, Sprechen, Hören oder Gehen. Der Leistungskatalog bei der Grundfähigkeitsversicherung lässt sich durch Zusatzvereinbarungen an unterschiedliche berufliche Erfordernisse anpassen. So kann Pflegebedürftigkeit und der Entzug der Fahrlizenz versichert werden. Eine Grundfähigkeitsabsicherung kann als Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsabsicherung herangezogen werden, wenn die Prämien aufgrund des Berufsrisikos sehr hoch sind. Oder wenn aufgrund von Vorerkrankungen der Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung erschwert oder unmöglich ist.

Im Leistungsfall wird die versicherte Rente bezahlt!

Dread Disease – Schwere Krankheiten: Bei dieser Form der Einkommensabsicherung steht nicht die Tätigkeit oder Fähigkeit im Vordergrund, sondern das Eintreten schwerer Krankheiten. Bis zu 50 definierte Krankheiten sind versichert. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 1 Mio Menschen an Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Für die Betroffenen bedeutet dies oft einen gravierenden Einschnitt: finanziell, familiär beruflich und im Alltag. Hier kann eine Dread Disease-Absicherung finanzielle Hilfe leisten. Denn bei der Dread Disease wird eine Einmalkapitalauszahlung versichert. Da nicht jede Krankheit zwangsläufig zur Berufsunfähigkeit führen muss, ist die Dread Disease eine gute Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsabsicherung.

Unfallversicherung: Diese Form der Absicherung leistet bei Invaliditätsfolgen aufgrund eines Unfalls. In der Regel wird im Leistungsfall eine Einmalsumme bezahlt, die sich nach der Schwere der Unfallfolgen richtet. Ein Unfall kann zu einer Berufsunfähigkeit oder Verlust der Grundfähigkeiten führen, muss aber nicht. Insofern ist die Unfallversicherung als Ergänzungsversicherung zu verstehen.

Fazit: Der Markt bietet sehr gute Möglichkeiten, die Risiken eines Einkommensverlustes abzusichern. Die optimale Absicherung richtet sich nach Beruf, Einkommen und individuellen Präferenzen. Durch die Kombination verschiedener Absicherungsformen lassen sich wirksame Einkommenssicherungskonzepte zusammenstellen. Plan F berät Sie hier, wie Sie Ihren Versicherungsschutz quantitativ und qualitativ passend für Ihre Situation optimal gestalten.

Volkhard Quitsch