10 JAHRE FINANZMARKTKRISE

10-Jahre-Finanzierungskrise-Was-Anleger-beachten-sollten_1541095181.jpg

10 Jahre Finanzmarktkriese

WAS ANLEGER HEUTE BEACHTEN SOLLTEN

Am 15. September 2008 meldete die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an und löste in der Folge eine globale Finanzkrise aus, die die Welt an den Abgrund brachte. Auslöser war der sogenannte Subprime-Sektor, der riskante Immobilienkredite in Wertpapiere verbriefte und den Markt damit flutete. Als viele amerikanische Immobilienbesitzer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen konnten und die aufgeblasenen Immobilienpreise einbrachen, setzte sich eine Lawine in Gang. Die Subprimekrise erfasste auch die europäischen Banken und den Euroraum. Am Ende misstraute jede Bank der anderen: Die Finanzströme stockten. Die Staaten intervenierten über ihre Notenbanken und stabilisierten das Finanzsystem mit viel Liquidität, niedrigen Zinsen und Zwangsmaßnahmen.

Wo stehen wir heute, 10 Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise und was sollten Anleger beachten? Die Stabilisierung des Finanz- und Geldsystems wurde mit stark gestiegenen Schulden erkauft. D.h., man hat die Krise mit den Mitteln der Ursache bekämpft. Auf der ganzen Welt sind die Schulden der Staaten, Unternehmen und Privathaushalte auf 247 Billionen US-Dollar gestiegen. Das sind 318% der Weltwirtschaftsleistung. Am stärksten sind die Schulden der Staaten gestiegen. Prof. Dr. Max Otte, der mit seinem Buch „Der Crash kommt“ bereits 2006 die Krise prognostiziert hat, sieht die Welt deshalb wieder vor einer neuen Finanzkrise! „Letztlich wird es eine Mischung aus Inflation, Steuererhöhung und Schuldenschnitten sein“ schreibt er. Auch politische Eskalationen sind möglich. Am Ende muss in einem aufgeblähtem Geldsystem viel10 JAHRE FINANZMARKTKRISE! Vermögen vernichtet werden, um zu einem stabilen Neubeginn zu kommen. „In einer Welt voller Schulden ist es (deshalb) keine gute Idee, zu den Gläubigern, also Inhabern von Geldforderungen zu gehören“ sagt der deutsche Ökonom Daniel Stelter. Aber was tun als Anleger. Jede Krise hat ihr eigenes Gesicht und zeigt sich meist anders als vermutet! Wir haben die einzelnen Assetklassen während der Krise angeschaut:

Edelmetalle: Während der Finanzmarktkrise stieg Gold auf immer neue Höhen- alleine von 2008 bis 2012 von 750 US-Dollar auf 1750 US-Dollar je Feinunze. Im Jahr 2013 erfolgte dann die Korrektur. Heute steht Gold bei 1200 US-Dollar je Feinunze. Gold wirft keine Zinsen ab, kann aber nicht Pleite gehen. Darin besteht der unschätzbare Wert des Edelmetalls. Es sollte deshalb in jeder Vermögenstruktur physisch vorhanden sein! Aktuell kaufen viele Notenbanken wieder Gold, um gegen Krisenszenarien gewappnet zu sein.

Immobilien: In manchen Regionen in Deutschland kann man mittlerweile wieder von einer Immobilienblase sprechen. Die niedrigen Zinsen und das Geldmengenwachstum führten und führen zu einer Inflation in die Sachwerte. Insbesondere Immobilien sind nach wie vor gefragt! In München sind z.B. Mietrenditen von unter 2 % bei Neubauten keine Seltenheit mehr, da die Mieten nicht mehr mit den Neubaupreisen mithalten können. Entscheidend wird in einer Krise der Verschuldungsgrad sein. Je höher der Entschuldungsgrad, desto besser. Die Assetklasse Immobilie birgt insofern auch versteckte Risiken, die vielen Anlegern nicht bewusst sind.

Anleihen: Staatsanleihen von vermeintlich sicheren Ländern waren und sind als sicherer Hafen sehr begehrt. Die enorme Nachfrage hat die Kurse steigen und die Renditen fallen lassen. Länder mit schlechter Bonität mussten hohe Aufschläge auf ihre Anleiheemissionen hinnehmen. Dies hat die europäische Notenbank durch ihre Ankaufprogramme entschärft! Die begleitenden Maßnahmen, die Zinsen im Euroraum auf ein historisches Tief sinken zu lassen, haben vielen Anleihen bzw. Rentenfonds attraktive Kursgewinne beschert. Doch diese Party ist mittlerweile vorbei. Jetzt steht eher die Frage im Raum, wann die Anleiheblase platzt. Bei künftigen Zinserhöhungen sind deutliche Kursabschläge bestehender Anleihen zu erwarten. Deshalb werden die Risiken bei Anleihen steigen. Nach unserer Meinung, liegen bei Anleihen in den nächsten Jahren die größten Risiken!

Aktien: Auch die Aktienkurse der letzten 10 Jahre wurden durch die Maßnahmen der Notenbanken in die Höhe getrieben. Aktien sind Beteiligungsscheine an einem Unternehmen. Die Unternehmensproduktivität, die Gewinnsituation und die Produktpalette sind Maßstäbe für den Erfolg einer Aktie. Denn Geld an sich hat keinen Wert. Wert haben nur Produkte und Dienstleistungen! Prof. Dr. Max Otte sieht Aktien noch weit von einer Blase entfernt– anders als Immobilien! Insbesondere dividendenstarke Titel sind quasi der neue Zins! Betrachtet man alle Krisen der Vergangenheiten, so kamen am Ende gute Unternehmen gestärkt und mit höheren Bewertungen aus der Phase der Korrektur. Insofern sind global diversifizierte Aktienportfolios für strategische Anleger sehr attraktiv!

Fazit: Die Finanzkrise von 2008 wurde nicht gelöst! Mit viel Liquidität und neuen Schulden wurde die neue Stabilität auf Zeit gekauft! Aber man kann nicht ständig Schulden mit neuen Schulden bezahlen. Eine Korrektur der Verhältnisse wird irgendwann ausbrechen. Da die Notenbanken schon viel an Pulver verschossen haben, werden diesmal die bisherigen Mittel nicht mehr ausreichen. Anleger müssen in einem solchen Umfeld strategisch denken. Insbesondere konservative Anleger sollten ihr Portfolio um physische Edelmetalle und ein diversifiziertes Aktienportfolio erweitern. Die Investition in Geldwerte sollte nur für die benötigte Liquidität getätigt werden. Immobilien sollten sehr sorgfältig ausgewählt werden und mit ausreichend Eigenkapital finanziert werden. Auch die Erweiterung um außerbörsliche Investitionen (z.B. erneuerbare Energien) können sinnvolle Ergänzungen sein.

Gerne informieren wir Sie über Anlagestrategien mit stabilen Renditen. Schreiben Sie mir bitte eine E-Mail an volkhard.quitsch@planf-tuebingen.de oder rufen Sie mich an unter Tel. 07071/68888-24.

Volkhard Quitsch